slowUp Mountain Albula 2026: Strecke, Anreise und Tipps für den autofreien Pass

Am Sonntag, 6. September 2026, gehört die Strasse über den Albulapass für einige Stunden ganz dem Langsamverkehr. Zwischen Filisur und La Punt Chamues-ch entsteht eine rund 30 Kilometer lange Bewegungsachse für Velos, E-Bikes, Fussgänger, Inlineskates und weitere muskelbetriebene Verkehrsmittel. Der slowUp Mountain Albula führt bis auf 2’315 Meter über Meer und verlangt damit deutlich mehr Kondition als die meist flachen Veranstaltungen der slowUp-Reihe.

Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Einen vorgeschriebenen Start- oder Zielort gibt es nicht: Die Strecke darf von beiden Seiten und auch nur abschnittsweise genutzt werden. Gerade diese Freiheit macht den Anlass für unterschiedliche Leistungsniveaus interessant. Entscheidend sind eine realistische Routenwahl, eine sorgfältig geplante Anreise und genügend Reserven für die langen Abfahrten.

slowUp Mountain Albula 2026: Datum, Zeiten und wichtigste Eckdaten

Der 20. slowUp Mountain Albula findet am 6. September 2026 von 10.00 bis 16.00 Uhr statt. Die Kantonsstrasse zwischen Filisur und La Punt Chamues-ch bleibt bereits von 8.00 bis 17.00 Uhr für den gesamten motorisierten Verkehr gesperrt. Einsatzfahrzeuge sind davon ausgenommen. Aus Bergün ist die Fahrt in Richtung Filisur noch bis 8.30 Uhr möglich.

Die längere Strassensperre schafft Zeit für den Aufbau, die Sicherung der Strecke und die Räumung nach dem Anlass. Anwohner, Hotelgäste und Ausflügler ohne Teilnahme müssen deshalb mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Signalisierte Parkplätze stehen in Filisur und La Punt zur Verfügung. Bergün und Preda bleiben mit der Rhätischen Bahn erreichbar.



Im Jahr 2025 wurden rund 8’000 Teilnehmer gezählt. Die Zahl zeigt, dass auf einzelnen Abschnitten mit dichtem Verkehr zu rechnen ist. Besonders rund um die Verpflegungsposten, in den Dörfern und auf der Passhöhe braucht es Geduld und eine angepasste Geschwindigkeit.

Strecke über den Albulapass: 30 Kilometer mit anspruchsvollem Höhenprofil

Der Veranstalter nennt für die vollständige Strecke eine Distanz von 30 Kilometern und 1’900 Höhenmeter als Streckenkennzahl. Diese Angabe sollte nicht mit einem durchgehenden Anstieg von 1’900 Metern in einer Fahrtrichtung verwechselt werden. Das Profil hängt stark vom gewählten Einstieg, der Fahrtrichtung und einer allfälligen Rückfahrt ab.

Von Filisur führt die Strasse zunächst nach Bergün und anschliessend durch das obere Albulatal nach Preda. Danach beginnt der hochalpine Abschnitt über die Alp Weissenstein und das Albula Hospiz. Auf der Engadiner Seite fällt die Passstrasse nach La Punt Chamues-ch ab. Die Strecke ist schmal, kurvenreich und stellenweise steil. Da sie in beide Richtungen genutzt wird, bleibt trotz fehlender Autos immer Gegenverkehr.


Kurven, Gefälle und Gegenverkehr prägen den slowUp Mountain Albula stärker als die flachen Strecken vieler anderer slowUp-Anlässe.

Für sportliche Fahrer bietet sich die gesamte Route ab Filisur oder La Punt an. Der Start in Preda verkürzt die Steigung bis zur Passhöhe nach Angaben des Veranstalters auf ungefähr 500 Höhenmeter. In umgekehrter Richtung folgt von Preda eine lange Abfahrt über Bergün nach Filisur. Sie summiert sich auf rund 1’700 Höhenmeter und verlangt sichere Bremsmanöver, Konzentration und warme Kleidung.

Start in Filisur, Preda oder La Punt: Welche Variante passt?

Filisur: die lange sportliche Variante

Filisur eignet sich als Ausgangspunkt für eine ausgedehnte Bergfahrt. Bis Bergün steigt die Strecke bereits spürbar an, danach folgen Preda und der eigentliche Passaufstieg. Diese Variante verlangt eine solide Grundkondition. Eine vollständige Hin- und Rückfahrt wäre erheblich länger als die offiziell ausgewiesenen 30 Kilometer und sollte nur mit entsprechender Erfahrung geplant werden.

Preda: kürzerer Aufstieg zur Passhöhe

Preda ist für einen verkürzten Einstieg besonders praktisch, weil der Ort mit der Rhätischen Bahn erreichbar ist. Bis zum Pass bleiben etwa 500 Höhenmeter. Auch diese Variante ist keine gemütliche Spazierfahrt: Die Höhe, wechselndes Wetter und der Rückweg müssen in die Planung einfliessen. Für Familien kann Preda dennoch eine sinnvolle Basis sein, sofern die Kinder Bergerfahrung besitzen und das Velo sicher beherrschen.

La Punt: direkter Einstieg aus dem Oberengadin

Von La Punt führt die Strasse ohne lange Anfahrt aus dem Tal zur Passhöhe. Der Anstieg ist kontinuierlich und landschaftlich offen. Bei der Rückfahrt folgt eine längere Abfahrt in Richtung Engadin. Wer den Pass überquert und auf der Albulaseite weiterfährt, benötigt eine klare Rückreiseplanung, denn der Anlass endet um 16.00 Uhr.

Albulatal und Rhätische Bahn: Unterwegs in einer besonderen Kulturlandschaft

Die Route verbindet historische Dörfer, alpine Weiden, Felslandschaften und technische Meisterleistungen. Parallel zur Passstrasse steigt die Albulalinie der Rhätischen Bahn durch Kehrtunnels und über Viadukte nach Preda. Die Albula- und Berninalinie gehören seit 2008 zum UNESCO-Welterbe. Die Auszeichnung umfasst neben der Bahnarchitektur auch die Landschaft, in die sie eingebettet ist.

Zu den bekannten Bauwerken gehört der Landwasserviadukt bei Filisur. Seine gemauerten Pfeiler tragen die Bahnlinie in einem Bogen direkt zu einem Tunnelportal in der Felswand. Die Albulabahn rückte bereits bei einem früheren Weltrekordversuch der Rhätischen Bahn international ins Blickfeld. Beim slowUp wird die Bahn zur wichtigen Verbindung zwischen den unterschiedlichen Einstiegspunkten.


Der Landwasserviadukt bei Filisur gehört zur UNESCO-geschützten Albulalinie der Rhätischen Bahn.

Oberhalb von Preda wird die Landschaft karger. Die Strasse zieht an Alpweiden, Felsflanken und kleinen Bergseen vorbei. Auf der Passhöhe öffnet sich der Blick in Richtung Oberengadin. Gerade hier zeigt sich der Charakter des Anlasses: Der autofreie Raum schafft Ruhe, hebt aber die Anforderungen von Höhe, Steigung und Wetter nicht auf.

Anreise zum slowUp Albula mit der Rhätischen Bahn

Reguläre Züge verkehren stündlich ab Chur und bedienen unter anderem Filisur, Bergün, Preda und Samedan. Von Samedan bestehen Anschlüsse in Richtung La Punt. Für den Veranstaltungstag ist zusätzlich ein Zug mit rund 130 Sitzplätzen und Gepäckabteilen für ungefähr 120 Velos vorgesehen. Trotz dieser Kapazität bleibt der Platz für Fahrräder begrenzt.



Die veröffentlichten Zeiten können sich kurzfristig ändern und sollten unmittelbar vor der Abreise im aktuellen Fahrplan kontrolliert werden. Für das Velo ist ein separates Billett nötig; empfohlen wird eine Velo-Tageskarte. Die normale Personenfahrkarte deckt den Fahrradtransport nicht automatisch ab.

Mietvelo und E-Bike: Reservation verhindert Engpässe

Mietvelos stehen in Bergün und La Punt zur Verfügung. Zum Angebot gehören klassische Velos, E-Bikes, Kinderfahrzeuge, Anhänger und einzelne Familienlösungen. Reservierte Fahrzeuge müssen gemäss den publizierten Bedingungen bis 12.00 Uhr abgeholt werden. Für ein City-E-Bike ist aktuell ein Preis von 60 Franken ausgewiesen, ein Miethelm kostet 5 Franken. Vergünstigungen sind mit bestimmten ÖV- und Kundenkarten möglich.

Ein E-Bike erleichtert den Aufstieg, hebt die Anforderungen an Fahrtechnik und Bremsverhalten aber nicht auf. Das zusätzliche Gewicht fällt besonders in der Abfahrt ins Gewicht. Der Veranstalter bittet darum, die Unterstützung beziehungsweise Geschwindigkeit auf höchstens 25 km/h zu begrenzen. Fahrzeuge mit rein elektrischem Antrieb ohne Muskelkraft gehören nicht zum Konzept des slowUp.

slowUp Albula mit Kindern: Kürzere Abschnitte statt kompletter Passfahrt

Der Anlass ist als Familienveranstaltung ausgeschrieben. Das bedeutet jedoch nicht, dass die gesamte Route für jedes Kind geeignet ist. Lange Steigungen, rasche Abfahrten, Gegenverkehr und Höhenlagen über 2’000 Meter unterscheiden den slowUp Albula deutlich von einer flachen Runde im Mittelland.

Eine gute Lösung ist die Kombination aus Bahn und Teilstrecke. Preda ermöglicht einen verkürzten Weg zur Passhöhe, während Bergün als Ausgangspunkt für einen Talabschnitt dienen kann. Auch ein Besuch der lokalen Festplätze ohne vollständige Passüberquerung bleibt möglich. Entscheidend sind Fahrpraxis, Ausdauer, passende Bremsen und genügend Zeitreserven.


Bei Familien entscheidet weniger die Gesamtdistanz als eine kindgerechte Etappe mit realistischen Steigungen und genügend Pausen.

Für Kinder im Anhänger verändert sich die Belastung vor allem für die ziehende Person. Auf der Abfahrt steigt der Bremsweg des Gespanns. Anhänger und Zugvorrichtung müssen für die Strecke geeignet und technisch einwandfrei sein. Leichte Jacken, Handschuhe und eine zusätzliche Schicht gehören auch bei warmem Wetter ins Gepäck.

Sicher unterwegs: Gegenverkehr, Abfahrten und Bremsen ernst nehmen

Der slowUp ist kein Rennen. Auf der gesamten Strecke gilt Rechtsverkehr; überholt wird links. Stopps gehören an den Strassenrand, damit der Verkehrsfluss nicht blockiert wird. An Engstellen, Verpflegungsposten und unübersichtlichen Kurven ist langsames Fahren besonders wichtig.

Vor dem Start verdienen Bremsbeläge, Reifendruck, Lenker, Beleuchtung und Schaltung eine kurze Kontrolle. Bei Felgenbremsen kann langes Dauerbremsen zur Überhitzung führen. Besser sind kurze, kontrollierte Bremsimpulse mit beiden Bremsen und regelmässige Pausen. Unsichere Fahrer sollten steile Abschnitte nicht unter Zeitdruck bewältigen.

Ein Velohelm ist nicht obligatorisch, wird vom Veranstalter aber ausdrücklich empfohlen. Er muss waagrecht sitzen, darf nicht wackeln und sollte nach einem harten Aufprall ersetzt werden. Weitere Hinweise bietet der Beitrag darüber, was ein Velohelm für die Gesundheit leisten kann. Inlineskater benötigen zusätzlich Handgelenk-, Ellbogen- und Knieschutz.


Ein korrekt sitzender Helm und ein technisch geprüftes Velo gehören zur Vorbereitung auf die langen Auf- und Abfahrten.

Rollskifahrer dürfen die Strecke nutzen, benötigen für die Abfahrt aber einen Velofahrer als Bremshilfe. Fussgänger bleiben möglichst am Rand und berücksichtigen den schnelleren Verkehr. Bei einem medizinischen Notfall gilt die Nummer 144, für die Polizei 117, für die Rega 1414 und für die Feuerwehr 118. Sanitätsposten befinden sich entlang der Strecke.

Wetter am Albulapass: Auch im September hochalpin ausgerüstet

Der slowUp findet grundsätzlich bei jedem Wetter statt. Die Prognose vom 1. September deutet für Bergün auf einen warmen Tag mit möglichen Schauern oder Gewittern am Nachmittag hin. Auf der rund 1’000 Meter höher gelegenen Passhöhe können Temperatur, Wind und Sicht deutlich ungünstiger ausfallen. Die Wetterentwicklung sollte deshalb unmittelbar vor der Abreise nochmals kontrolliert werden.

Zur sinnvollen Ausrüstung gehören eine winddichte Jacke, Regenschutz, eine wärmende Schicht, Handschuhe und Sonnenschutz. Dazu kommen genügend Getränke und gut verträgliche Verpflegung. Wer länger unterwegs ist, profitiert von einem Ersatzschlauch, Reifenhebern, einer Pumpe und einem Multitool. Ein vollständig geladener Akku ist beim E-Bike wichtig, ersetzt aber keine Reserve für ungeplante Umwege oder Wartezeiten.


Trinkflasche, Helm, wetterfeste Kleidung und Werkzeug gehören bei einer längeren Bergfahrt zur Grundausrüstung.

Verpflegung und Rahmenprogramm zwischen Filisur und La Punt

Entlang der Strecke richten Vereine, Gemeinden und Partner mehrere Festplätze ein. In Filisur ist ein Markt vorgesehen. Bergün bietet unter anderem regionale Verpflegung, während auf der Alp Weissenstein Kuchen erhältlich ist. Beim Albula Hospiz sind warme Gerichte, Alphornklänge, Informationen zum Parc Ela, ein Veloparcours und weitere Aktivitäten angekündigt.

Auf der Alp Alesch steht Gerstensuppe auf dem Programm. In La Punt ergänzen Wurst-Käse-Salat, Kaffee, Kuchen, Musik, eine Hüpfburg sowie Angebote rund um Veloreparatur und Gravelbikes den Anlass. Das Programm kann sich kurzfristig verändern. Eigene Getränke und ein kleiner Energievorrat bleiben deshalb sinnvoll, besonders ausserhalb der grösseren Festplätze.

Autofreier Albulapass: Erlebnis mit Verantwortung

Der eigentliche Reiz des slowUp liegt im veränderten Blick auf die Passstrasse. Ohne Motorenlärm werden Steigungen, Kurven, Wasserläufe und Geländekanten stärker wahrnehmbar. Gleichzeitig zeigt der Anlass, wie gut Bahn und Langsamverkehr in einer Bergregion zusammenspielen können. Die Rhätische Bahn übernimmt dabei einen Teil der Zubringer- und Rückreisefunktion.

Damit dieses Zusammenspiel funktioniert, braucht es eine realistische Etappenwahl. Der letzte Zug, nachlassende Kräfte oder ein Wetterumschwung dürfen nicht erst auf der Passhöhe zum Thema werden. Frühzeitiger Start, genügend Reserven und eine klare Ausstiegsoption machen den Tag entspannter.

Der slowUp Mountain Albula ist ein Passerlebnis mit sportlichem Anspruch

Der slowUp Mountain Albula verbindet eine autofreie Passstrasse mit eindrucksvoller Landschaft, historischen Dörfern und der UNESCO-geschützten Albulabahn. Seine 30 Kilometer wirken auf der Karte überschaubar, das Höhenprofil und die langen Abfahrten machen den Anlass jedoch anspruchsvoll. Gerade deshalb lohnt sich eine Route, die zur eigenen Kondition und Fahrtechnik passt.

Mit Bahnanschluss, frei wählbaren Einstiegen und verkürzten Teilstrecken bleibt der Anlass vielseitig. Gute Bremsen, wetterfeste Kleidung und genügend Zeit sind wichtiger als sportlicher Ehrgeiz. So wird aus dem 20. slowUp Mountain Albula ein bewegter Tag zwischen Albulatal, Passhöhe und Oberengadin.

 

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