Der Elo: Warum der Familienhund in der Schweiz noch wenig bekannt ist
von belmedia Redaktion elterntipps.ch Familie familie.ch Familienleben Haustiere Hunde Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Themen Tiere Tierwelt tierwelt.news Ⳇ Verbreitung
Der Elo gilt als freundlicher, ausgeglichener und vielseitiger Familienhund. Trotzdem ist er in der Schweiz weit weniger bekannt als Labrador, Golden Retriever oder Eurasier. Dabei begann seine Zucht bereits 1987 in Deutschland. Gründe für seine geringe Bekanntheit sind die begrenzte Zahl an Zuchtstätten, seine besondere Zuchtorganisation und die fehlende Anerkennung durch den internationalen Hundeverband FCI.
Der Elo entstand aus einem gezielten Zuchtprojekt von Marita und Heinz Szobries. Die beiden wollten einen Familienhund entwickeln, bei dem Gesundheit und Sozialverhalten wichtiger sind als ein einheitliches Aussehen. Als Ausgangsrassen dienten unter anderem Eurasier, Bobtail und Chow-Chow. Heute gibt es den Elo in unterschiedlichen Grössen, Fellvarianten und Farben.
In der Schweiz ist seine Verbreitung weiterhin überschaubar. Die Elo Zucht- und Forschungsgemeinschaft führt fünf registrierte Schweizer Zuchtstätten auf. Sie befinden sich in Konolfingen, Gempen, Liestal, Ilanz und Maur. Wer sich für einen Welpen interessiert, muss deshalb unter Umständen längere Wartezeiten und weitere Anfahrtswege einplanen.
Ein Familienhund mit besonderer Geschichte
Die Geschichte des Elo beginnt 1987. Marita und Heinz Szobries verfolgen damals eine ungewöhnliche Idee: Statt hauptsächlich ein bestimmtes Aussehen anzustreben, stellen sie die gewünschten Wesenseigenschaften in den Mittelpunkt.
Sie kombinieren zunächst Eurasier, Bobtail und Chow-Chow. Später kommen weitere Rassen zur Erweiterung der genetischen Grundlage hinzu.
Aus dem ursprünglichen Namen Eloschaboro entsteht die kürzere Bezeichnung Elo.
1993 wird die Elo Zucht- und Forschungsgemeinschaft, kurz EZFG, gegründet. Sie organisiert seither die Zucht nach eigenen Vorgaben.
Warum der Elo keine FCI-Anerkennung besitzt
Anders als viele bekannte Hunderassen wird der Elo nicht von der Fédération Cynologique Internationale anerkannt.
Die EZFG betreut stattdessen ein eigenes Zuchtprogramm. Auch die Bezeichnung Elo ist markenrechtlich geschützt.
Das bedeutet nicht, dass diese Hunde automatisch weniger gesund oder weniger geeignet wären. Die fehlende Anerkennung beeinflusst jedoch ihre öffentliche Wahrnehmung.
Viele Interessierte informieren sich zunächst über bekannte, international registrierte Rassen. Der Elo erscheint dort nicht als eigenständige FCI-Rasse.
Dadurch bleibt er einem Teil der Schweizer Hundeliebhaber unbekannt.
Nur wenige Zuchtstätten in der Schweiz
Ein weiterer Grund ist die begrenzte Verbreitung.
Die EZFG führt derzeit fünf registrierte Schweizer Zuchtstätten auf: in Konolfingen im Kanton Bern, Gempen und Liestal in der Nordwestschweiz, Ilanz in Graubünden sowie Maur im Kanton Zürich.
Nicht jede Zuchtstätte hat jederzeit Welpen.
Ein verantwortungsvoller Zuchtbetrieb richtet die Verpaarungen nach Gesundheit, Eignung und verfügbaren Zuchttieren aus.
Dadurch ist der Elo weniger häufig im Alltag anzutreffen als etablierte Familienhunde.
Was den Elo für Familien interessant macht
Die Zucht verfolgt das Ziel eines freundlichen, sozialverträglichen und möglichst ausgeglichenen Begleithundes.
Viele Elos werden als menschenbezogen, aufmerksam und lernfreudig beschrieben.
Dennoch bleibt jeder Hund ein Individuum. Weder Abstammung noch Zuchtziel garantieren einen ruhigen Charakter oder problemloses Verhalten.
Entscheidend sind auch die frühe Aufzucht, die Gewöhnung an Umweltreize und der spätere Umgang.
Gerade bei der Erziehung während der ersten Wochen zuhause legen Familien wichtige Grundlagen für das Zusammenleben.
Warum Elos unterschiedlich aussehen
Eine Besonderheit ist ihre äussere Vielfalt.
Es gibt Klein-Elos und Gross-Elos sowie glatthaarige und rauhaarige Varianten. Auch die Fellfarben unterscheiden sich deutlich.
Gross-Elos erreichen typischerweise eine Schulterhöhe von 46 bis 60 Zentimetern. Klein-Elos sind etwa 35 bis 45 Zentimeter hoch.
Die unterschiedlich ausgeprägten Felltypen und Farben führen dazu, dass viele Menschen einen Elo zunächst für einen Eurasier oder einen anderen Mischling halten.
Ein sofort erkennbares, einheitliches Erscheinungsbild steht bei diesem Zuchtprojekt nicht im Vordergrund.
Auch ein Elo braucht Erziehung und Bewegung
Sein Ruf als Familienhund darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch ein Elo täglich beschäftigt werden muss.
Spaziergänge, Suchspiele, Training und ruhige gemeinsame Aktivitäten gehören zu einem abwechslungsreichen Alltag.
Besonders wichtig ist das Erlernen von Ruhe und eines zuverlässigen Rückrufs.
Wie viel Bewegung ein einzelner Hund benötigt, hängt unter anderem von Alter, Gesundheit und Temperament ab.
Auch das Zusammenleben mit Kindern verlangt klare Regeln. Ein Hund muss sich jederzeit zurückziehen können und darf nicht bedrängt werden.
Worauf Schweizer Familien achten sollten
Vor der Anschaffung empfiehlt sich ein persönlicher Besuch bei einer registrierten Zuchtstätte.
Interessierte sollten die Aufzuchtbedingungen kennenlernen und sich über Gesundheitsuntersuchungen, Verwandtschaftsverhältnisse und die Eigenschaften der Elterntiere informieren.
Die EZFG sieht für zugelassene Zuchtstätten eigene Kontrollen und Anforderungen vor.
Daneben gelten selbstverständlich die Schweizer Vorschriften zur Hundehaltung.
Die vergleichsweise geringe Bekanntheit des Elo macht ihn nicht automatisch zum besseren Familienhund.
Für Familien, die sich bewusst mit seinen Bedürfnissen beschäftigen, kann er jedoch ein interessanter Begleiter sein.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert