Asien-Cup wegen Sicherheitslage um fast ein Jahr verschoben
von belmedia Redaktion Allgemein Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz sicherheit.ch soccer.ch Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Der Asien-Cup 2027 in Saudi-Arabien wird um fast ein Jahr verschoben. Der Asiatische Fussballverband AFC bestätigte am Dienstag, 3. November 2026, dass das Turnier neu vom 23. Dezember 2027 bis zum 21. Januar 2028 stattfinden soll. Grund sind die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten sowie erhebliche Probleme bei Reisen und der Organisation. Die neuen Daten müssen noch von der FIFA genehmigt werden.
Ursprünglich hätten die 24 Nationalmannschaften vom 7. Januar bis 5. Februar 2027 um den asiatischen Meistertitel gespielt. Doch nach wiederholten Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien und massiven Einschränkungen des Reiseverkehrs sahen sich die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Erst am 26. Oktober hatte die AFC den detaillierten Spielplan veröffentlicht.
Saudi-Arabien bleibt Gastgeber des Wettbewerbs. Geplant sind weiterhin 51 Begegnungen in acht Stadien in Riad, Dschidda und Al-Khobar. Auch für den Schweizer Fussball hat die Verschiebung Bedeutung: Klubs mit asiatischen Nationalspielern müssen ihre Personalplanung möglicherweise anpassen, da das Turnier nun in eine andere Phase der europäischen Meisterschaften fällt.
AFC zieht nach Sicherheitsproblemen Konsequenzen
Die Entscheidung fiel nach Gesprächen zwischen dem asiatischen Kontinentalverband, dem lokalen Organisationskomitee und dem saudischen Fussballverband.
In seiner Mitteilung vom Dienstag verweist die AFC auf aussergewöhnliche Umstände in der Region. Die derzeitige Situation verursache erhebliche logistische Schwierigkeiten und Beeinträchtigungen im Reiseverkehr.
Saudi-Arabien wurde in den vergangenen Wochen wiederholt Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen. Im Oktober traf ein Angriff auch den internationalen Flughafen der Hauptstadt Riad.
Die zunehmenden Sicherheitsbedenken hatten bereits Zweifel geweckt, ob das Turnier Anfang 2027 unter geeigneten Bedingungen stattfinden könnte.
Neuer Termin erst nach FIFA-Zustimmung gültig
Der Asien-Cup soll nun am 23. Dezember 2027 beginnen. Das Endspiel ist für den 21. Januar 2028 vorgesehen.
Die AFC wird diese Daten dem Weltfussballverband FIFA zur Genehmigung vorlegen.
Noch am 26. Oktober hatten die Organisatoren sämtliche Anspielzeiten und Spielorte veröffentlicht. Vorgesehen war damals ein Eröffnungsspiel zwischen Saudi-Arabien und Palästina im King Fahd Sports City Stadium in Riad.
Dieser Spielplan muss nun auf den neuen Zeitraum übertragen werden.
24 Nationen müssen ihre Planung ändern
Die Verschiebung betrifft zahlreiche führende Fussballnationen Asiens. Japan, Südkorea, Australien, Iran und Titelverteidiger Katar gehören zum Teilnehmerfeld.
Die Gruppen wurden bereits im Mai ausgelost. Der Wettbewerb sieht sechs Vierergruppen vor, aus denen jeweils die beiden besten Mannschaften und die vier besten Gruppendritten den Achtelfinal erreichen.
Für die Nationalverbände verändern sich mit dem neuen Termin die Vorbereitung, Trainingslager und Testspielplanung.
Auch Trainerverträge, die ursprünglich bis zum Turnierende im Februar 2027 liefen, könnten betroffen sein.
Europäische Vereine müssen umplanen
Die Verlegung dürfte auch ausserhalb Asiens Folgen haben.
Zahlreiche Nationalspieler der teilnehmenden Länder stehen bei europäischen Vereinen unter Vertrag. Im Januar befinden sich viele Meisterschaften mitten im Spielbetrieb.
Für Schweizer Klubs mit entsprechenden Nationalspielern könnte deshalb eine veränderte Einsatzplanung notwendig werden.
Hinzu kommt, dass im Januar 2028 bereits die erste Frauen-Klub-WM der FIFA vom 5. bis 30. Januar angesetzt ist. Obwohl beide Wettbewerbe unterschiedliche Mannschaften betreffen, verdichtet sich damit der internationale Turnierkalender.
Saudi-Arabien bleibt Gastgeber
Der asiatische Verband hält an Saudi-Arabien als Austragungsland fest.
Riad, Dschidda und Al-Khobar sollen weiterhin die Spiele beherbergen. Insgesamt sind acht Stadien vorgesehen.
Für das Königreich besitzt der Wettbewerb eine besondere Bedeutung. Saudi-Arabien richtet 2034 die Fussball-Weltmeisterschaft aus und will beim Asien-Cup organisatorische Erfahrungen für den wesentlich grösseren Anlass sammeln.
Die aktuelle Verschiebung zeigt allerdings, wie stark internationale Sportereignisse von der politischen und sicherheitspolitischen Situation beeinflusst werden können.
Weitere Entscheidungen stehen bevor
Mit der Terminverschiebung ist der wichtigste Grundentscheid gefallen. Nun müssen die Organisatoren den aktualisierten Spielplan abstimmen und die Auswirkungen auf Mannschaften, Zuschauer und kommerzielle Partner berücksichtigen.
Besonders wichtig wird die Genehmigung des neuen Zeitraums durch die FIFA.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert