FIS erlaubt Rückkehr – Russen und Belarussen dürfen wieder im Weltcup starten
von belmedia Redaktion Amerika Berge Draussen Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Themen Wintersport Ⳇ Verbreitung
Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus dürfen ab der kommenden Saison 2026/27 wieder an Weltcuprennen des Internationalen Ski- und Snowboardverbandes FIS teilnehmen. Der FIS-Rat hat bei seiner Sitzung in Thun den Weg für eine Rückkehr freigemacht. Die Teilnahme ist allerdings an strikte Bedingungen geknüpft: Die Sportler müssen neutral antreten, dürfen keine nationalen Symbole zeigen und sind ausschliesslich für Einzelwettbewerbe zugelassen.
Damit vollzieht die FIS eine bedeutende Änderung ihrer bisherigen Haltung. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine waren Sportler aus Russland und Belarus mit wenigen Ausnahmen von den internationalen Wettbewerben unter dem Dach des Verbandes ausgeschlossen.
Neutralitätserklärung ist Voraussetzung
Für eine Rückkehr reicht die sportliche Qualifikation allein nicht aus. Russische und belarussische Athleten sowie zugelassene Betreuer müssen eine von der FIS festgelegte Neutralitätserklärung unterzeichnen.
Der Weltverband will die Einhaltung der darin festgelegten Grundsätze laufend kontrollieren. Verstösse gegen die Neutralitätsbestimmungen können Sanktionen nach sich ziehen.
Die Sportler dürfen bei FIS-Wettbewerben nicht als Vertreter Russlands oder von Belarus auftreten. Nationalflaggen, Hymnen und nationale Teamkleidung bleiben verboten. Auch andere Symbole, die eine offizielle Vertretung des jeweiligen Landes erkennen lassen, sind nicht zugelassen.
Keine russischen oder belarussischen Teams
Die Öffnung gilt ausdrücklich nur für Einzelwettbewerbe. Russische und belarussische Nationalmannschaften bleiben von FIS-Wettkämpfen ausgeschlossen.
Damit können beispielsweise einzelne Athleten im Ski alpin, Langlauf, Skispringen, Freestyle oder Snowboard wieder internationale Starts bestreiten, sofern sie die Voraussetzungen für den neutralen Status erfüllen.
Auch für Betreuer gelten Einschränkungen. Nur Personen mit einer für den Athleten notwendigen medizinischen oder technischen Funktion können eine Akkreditierung erhalten.
Strenge Anti-Doping-Regeln bleiben bestehen
Eine weitere Voraussetzung betrifft die Anti-Doping-Bestimmungen. Alle zugelassenen Athleten müssen die geltenden Vorgaben vollständig erfüllen.
Wie intensiv solche Kontrollen inzwischen durchgeführt werden, zeigt auch die Entwicklung in der Schweiz. Swiss Sport Integrity führte allein 2025 insgesamt 2’623 Dopingkontrollen mit 3’621 entnommenen Proben durch.
Bei russischen und belarussischen Sportlern gehört die Erfüllung der relevanten Anti-Doping-Vorgaben ausdrücklich zu den Bedingungen für eine Rückkehr in die FIS-Wettbewerbe.
Entscheid fiel bei FIS-Sitzung in Thun
Der FIS-Rat traf den Entscheid während seiner zweitägigen Sitzung im bernischen Thun. Der Verband orientiert sich bei der neuen Regelung auch an jüngsten Entscheidungen des Internationalen Olympischen Komitees zum Umgang mit neutralen Athleten.
Die Rückkehr erfolgt damit nicht als vollständige Wiederaufnahme Russlands und Belarus in den internationalen Skisport. Vielmehr erhalten einzelne Sportler die Möglichkeit, unter neutralem Status wieder am Weltcup teilzunehmen.
Für die kommende Wintersaison bedeutet der Entscheid dennoch eine deutliche Veränderung. Nach mehreren Jahren weitgehender Abwesenheit könnten erstmals wieder mehr russische und belarussische Athleten bei Weltcuprennen der FIS am Start stehen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert