Duplantis-Schock: Weltrekordhalter sagt Final ab

Schock beim Diamond-League-Final in Brüssel: Armand «Mondo» Duplantis hat seinen Start im Stabhochsprung wenige Minuten vor Wettkampfbeginn abgesagt. Der Weltrekordhalter verspürte beim Aufwärmen erneut Beschwerden in der Leiste und packte seine Stäbe wieder ein. Damit ist auch die Jagd auf seinen sechsten Diamond-League-Gesamtsieg in Folge abrupt beendet.

Duplantis war am Freitagabend als grosser Favorit ins König-Baudouin-Stadion gekommen. Statt des mit Spannung erwarteten nächsten Duells mit Emmanouil Karalis folgte unmittelbar vor dem Start jedoch die überraschende Absage.

Beschwerden kommen beim Aufwärmen zurück

Nach Angaben des schwedischen Fernsehsenders SVT machte sich beim Aufwärmen erneut eine Verletzung bemerkbar, die Duplantis bereits im Juli in London beschäftigt hatte. Der Schwede entschied daraufhin gemeinsam mit seinem Umfeld, kein Risiko einzugehen.

Die Szene kam völlig unerwartet. Noch am Donnerstag hatte Duplantis in Brüssel erklärt, dass er sich gut fühle und sich auf den Kampf um den nächsten Diamond-League-Titel freue. Wenige Minuten vor dem ersten Sprung nahm der Abend dann eine völlig andere Wendung.

Gegenüber SVT zeigte sich der 26-Jährige entsprechend enttäuscht. Besonders bitter: Bei einem Diamond-League-Final zählen die während der Saison gesammelten Punkte nicht mehr für die Entscheidung. Den Gesamtsieg erhält ausschliesslich der Gewinner des Finalwettkampfs.

Serie von fünf Titeln endet

Duplantis hatte die Diamond League im Stabhochsprung seit 2021 fünfmal hintereinander gewonnen. In Brüssel wollte er den sechsten Triumph in Folge feiern und damit bis auf einen Titel an den Serienrekord heranrücken.

Seine Form hatte eigentlich für den nächsten grossen Höhepunkt gesprochen. Erst am 27. August gewann Duplantis bei Weltklasse Zürich mit 6,25 Metern. Dabei lieferte ihm Karalis mit 6,20 Metern einen hochklassigen Kampf.

Duplantis erklärte nun allerdings, dass er die Beschwerden bereits in Zürich gespürt habe. Dort habe er den Wettkampf dennoch fortgesetzt. In Brüssel wollte der Weltrekordhalter dieses Risiko offenbar nicht erneut eingehen.

Brüssel verliert seinen grössten Star

Für die Veranstalter ist die kurzfristige Absage ein schwerer Rückschlag. Duplantis war eines der grossen Aushängeschilder der 50. Ausgabe des Memorial Van Damme. Die Organisatoren hatten das Duell zwischen dem Schweden und Karalis im Vorfeld ausdrücklich als einen der Höhepunkte des ersten Finalabends beworben.

Der zweitägige Saisonabschluss bietet dennoch zahlreiche weitere Entscheidungen. Aus Schweizer Sicht stand am Freitag unter anderem Simon Ehammer im Weitsprung im Mittelpunkt. Die Ausgangslage des Appenzellers vor dem Final haben wir im Überblick zum Diamond-League-Final von Simon Ehammer zusammengefasst.

Fragezeichen vor nächstem Grossanlass

Wie gravierend die neuerlichen Leistenbeschwerden bei Duplantis tatsächlich sind, war am Freitagabend zunächst nicht bekannt. Entsprechend offen ist auch, welche Auswirkungen die Absage auf seine nächsten Wettkämpfe haben könnte.

Der Zeitpunkt ist heikel: Bereits in der kommenden Woche steht mit den World Athletics Ultimate Championships in Budapest der nächste internationale Saisonhöhepunkt bevor.

In Brüssel ist der Entscheid dagegen endgültig. Statt um seinen sechsten Diamond-League-Titel zu springen, musste der beste Stabhochspringer der Welt den Wettkampf verlassen, bevor er überhaupt begonnen hatte.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert