Kriens-Luzern verpasst Sensation in Kielce nur knapp
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Handball Luzern nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel Themen
Der HC Kriens-Luzern hat bei seiner historischen Champions-League-Premiere eine grosse Überraschung nur knapp verpasst. Der Schweizer Meister verliert auswärts beim polnischen Spitzenclub Industria Kielce mit 29:30. Marin Sipic erzielt acht Treffer, Jonas Schelker kommt auf sieben Tore.
Kriens-Luzern hält gegen den Champions-League-Sieger von 2016 über die gesamten 60 Minuten dagegen. Zur Pause liegt die Mannschaft von Trainer Andy Schmid noch mit 15:19 zurück.
Nach dem Seitenwechsel kämpfen sich die Innerschweizer immer wieder heran und kommen insgesamt achtmal bis auf einen Treffer an Kielce heran. Zum Ausgleich reicht es am Ende jedoch nicht mehr.
Schelker erzielt historisches erstes Tor
Jonas Schelker sorgt bereits nach rund 80 Sekunden für einen historischen Moment. Der Schweizer verwandelt einen Siebenmeter und erzielt damit das erste Champions-League-Tor in der Geschichte des HC Kriens-Luzern.
Es bleibt gleichzeitig die einzige Führung der Gäste. Kielce reagiert schnell und setzt sich in der Anfangsphase erstmals leicht ab.
Der polnische Meister profitiert dabei auch von einem starken Dejan Milosavljev im Tor. Der Serbe hält in der ersten Halbzeit unter anderem einen Siebenmeter und kommt bis zur Pause auf sieben Paraden.
Kriens-Luzern lässt sich dennoch nicht abschütteln. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kann Kielce seine Führung auf vier Treffer ausbauen und mit einem 19:15 in die Kabine gehen.
Kriens-Luzern kommt immer wieder zurück
Nach der Pause zeigt der Schweizer Meister seine stärkste Phase. Bereits in der 35. Minute verkürzt Kriens-Luzern auf 19:20 und bringt den grossen Favoriten zunehmend unter Druck.
Auch Torhüter Kristian Pilipovic steigert sich deutlich und hilft mit wichtigen Paraden, den Rückstand klein zu halten.
Immer wieder scheint Kielce die Partie unter Kontrolle zu bringen, doch Kriens-Luzern antwortet. Beim Stand von 24:23 ist der Ausgleich erneut zum Greifen nahe.
Auch eine Drei-Tore-Führung der Polen beim 27:24 entscheidet die Partie nicht. Die Mannschaft von Andy Schmid bleibt hartnäckig und zwingt Kielce bis in die Schlussminute zu höchster Konzentration.
Sipic und Schelker führen die Offensive an
Bester Torschütze der Innerschweizer ist Marin Sipic. Der 30-jährige Kreisläufer erzielt acht Treffer bei 13 Abschlüssen.
Schelker kommt auf sieben Tore bei zehn Versuchen und gehört ebenfalls zu den auffälligsten Spielern der Partie. Auf Seiten von Kielce erzielt Aleks Vlah acht Treffer.
Schmid zeigte sich nach der Partie vor allem mit der Reaktion seiner Mannschaft zufrieden. In der ersten Halbzeit habe die Defensive noch zu viele einfache Tore zugelassen, nach der Pause habe sein Team jedoch grossen Charakter gezeigt.
Damit verkauft sich der Schweizer Meister bei seiner Premiere auf höchster europäischer Clubebene deutlich besser, als es die Ausgangslage erwarten liess.
Historische Premiere nach sieben Jahren
Für den Schweizer Handball war der Auftritt in Kielce ebenfalls ein besonderer Moment. Seit sieben Jahren hatte kein Schweizer Männerteam mehr in der Champions League gespielt.
Kriens-Luzern qualifizierte sich nach dem ersten Schweizer Meistertitel der Clubgeschichte erstmals für die Königsklasse. Bereits vor der Premiere in Kielce wartete auf die Innerschweizer eine enorm anspruchsvolle Champions-League-Gruppe.
Neben Kielce gehören der SC Magdeburg und Kolstad Håndball zur Gruppe F.
Am ersten Spieltag setzte sich Magdeburg mit 37:22 gegen Kolstad durch. Damit führen die Deutschen die Gruppe nach der ersten Runde aufgrund der besseren Tordifferenz vor Kielce an.
Kriens-Luzern steht trotz der starken Leistung zunächst ohne Punkte da, hat mit dem knappen 29:30 aber gezeigt, dass es auch gegen Europas Spitzenteams konkurrenzfähig sein kann.
Magdeburg kommt in die Pilatus Arena
Die nächste Aufgabe wird nicht einfacher. Am Donnerstag, 17. September, empfängt Kriens-Luzern um 20.45 Uhr den SC Magdeburg zum ersten Champions-League-Heimspiel der Clubgeschichte.
Der deutsche Spitzenclub hat seine Stärke mit dem deutlichen Auftaktsieg gegen Kolstad bereits unter Beweis gestellt.
Für die Mannschaft von Andy Schmid wartet damit der nächste internationale Härtetest. Nach dem starken Auftritt in Kielce geht Kriens-Luzern allerdings mit der Erkenntnis ins erste Heimspiel, auch einen ehemaligen Champions-League-Sieger bis zur letzten Minute fordern zu können.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert