Schweiz zerlegt Portugal 8:3 – Halbfinal-Traum lebt

Die Schweizer Beachsoccer-Nati meldet sich am Euro Beach Soccer League Superfinal eindrucksvoll zurück. Das Team von Trainer Angelo Schirinzi schlägt Rekord-Europameister Portugal in Viareggio mit 8:3 und wahrt damit seine Chance auf den Halbfinal. Jérôme Knöpfli und Philipp Borer treffen doppelt, dazu sind Yannic Knöpfli, Noel Ott, Dejan Steinemann und Michael Rodrigues erfolgreich.

Nach der spektakulären 10:11-Auftaktniederlage gegen Spanien stand die Schweiz gegen Portugal bereits unter Zugzwang. Gegen jenen Gegner, der die Schweizer im Mai noch deutlich mit 9:4 geschlagen hatte, zeigte die Nati diesmal eine starke und abgeklärte Leistung.

Vor dem abschliessenden Gruppenspiel gegen Belarus steht die Schweiz mit drei Punkten auf Rang zwei der Gruppe B. Spanien führt mit sechs Zählern, Portugal besitzt ebenfalls drei Punkte und Belarus steht noch ohne Punkt da. Die beiden besten Teams erreichen die Halbfinals.

Schweiz dreht Partie nach frühem Rückstand

Portugal erwischte zunächst den besseren Start. Leo Martins brachte den Rekord-Europameister im ersten Drittel mit 1:0 in Führung.

Die Schweizer Antwort folgte noch vor der ersten Pause. Yannic Knöpfli traf zum 1:1 und sorgte dafür, dass die Partie nach zwölf Minuten wieder völlig offen war.

Im zweiten Abschnitt ging Portugal durch Bê Martins erneut in Führung. Doch danach übernahm die Schweiz das Kommando.

Noel Ott glich zum 2:2 aus, ehe Dejan Steinemann die Schweiz erstmals in Führung brachte. Michael Rodrigues erhöhte wenig später auf 4:2.

Philipp Borer setzte noch vor der zweiten Pause den nächsten Treffer nach und sorgte für das 5:2.

Borer und Knöpfli machen alles klar

Auch im letzten Drittel liess die Schweiz nicht nach.

Borer erzielte seinen zweiten Treffer und erhöhte auf 6:2. Anschliessend schlug Jérôme Knöpfli erstmals an diesem Abend zu und stellte auf 7:2.

Portugal konnte durch André Lourenço nochmals verkürzen, doch eine Aufholjagd kam nicht mehr zustande.

Den Schlusspunkt setzte erneut Jérôme Knöpfli mit seinem zweiten persönlichen Treffer zum 8:3.

Damit verteilten sich die acht Schweizer Tore auf sechs verschiedene Spieler:

Yannic Knöpfli – 1 Tor

Noel Ott – 1 Tor

Dejan Steinemann – 1 Tor

Michael Rodrigues – 1 Tor

Philipp Borer – 2 Tore

Jérôme Knöpfli – 2 Tore

Die grosse Breite in der Offensive war einer der Schlüssel zum deutlichen Schweizer Erfolg.

Portugal schwächt sich mit zwei Platzverweisen

Für Portugal entwickelte sich die Partie zunehmend frustrierend.

Während die Schweiz im Mittelabschnitt Tor um Tor davonzog, verloren die Portugiesen auch personell die Kontrolle. Zwei portugiesische Spieler wurden im Verlauf der Begegnung des Feldes verwiesen.

Die Schweiz nutzte ihre Vorteile konsequent und liess sich auch von der körperlichen Intensität der Partie nicht aus dem Konzept bringen.

Bemerkenswert ist der Erfolg auch mit Blick auf das direkte Duell im Mai. Damals hatte Portugal die Schweiz während der Regular Phase der Euro Beach Soccer League noch mit 9:4 bezwungen.

Nun drehte die Mannschaft von Angelo Schirinzi die Kräfteverhältnisse eindrucksvoll um.

Starke Reaktion auf das 10:11 gegen Spanien

Zum Turnierauftakt hatte die Schweiz bereits ein spektakuläres Spiel geliefert.

Vor dem Superfinal war klar, dass die Schweiz mit Spanien, Portugal und Belarus eine äusserst anspruchsvolle Gruppe erwischt hatte.

Gegen Spanien entwickelte sich anschliessend ein offensives Spektakel mit insgesamt 21 Toren. Die Schweiz kämpfte bis zum Schluss, musste sich aber knapp mit 10:11 geschlagen geben.

Umso wichtiger war die unmittelbare Reaktion gegen Portugal.

Mit nun bereits 18 Treffern in zwei Partien besitzt die Schweizer Offensive eine beeindruckende Bilanz. Gleichzeitig zeigte die Mannschaft gegen Portugal auch defensiv eine deutliche Steigerung.

Spanien führt – Schweiz auf Rang zwei

Die Situation in Gruppe B bleibt vor dem letzten Spieltag spannend.

Spanien besitzt nach Siegen gegen die Schweiz und Belarus sechs Punkte und führt die Tabelle an.

Die Schweiz folgt mit drei Punkten und einem Torverhältnis von 18:14. Portugal steht ebenfalls bei drei Punkten, weist nach zwei Spielen jedoch ein Torverhältnis von 7:9 auf.

Belarus ist nach Niederlagen gegen Portugal und Spanien noch punktelos. Gegen Spanien zeigte das Team am Donnerstag allerdings, wie gefährlich es sein kann: Belarus verlor erst nach einem torreichen Duell mit 7:8.

Für die Schweiz ist der Gegner deshalb trotz seiner Tabellenposition keinesfalls zu unterschätzen.

Heute wartet Belarus

Das entscheidende dritte Gruppenspiel steigt am Freitag in Viareggio.

Die Schweiz trifft um 16.00 Uhr auf Belarus. Ein weiterer Sieg würde die Ausgangslage im Kampf um einen der beiden Halbfinalplätze massiv verbessern.

Parallel spielt Portugal später am Abend gegen Spanien. Je nach Ausgang dieser Begegnung können bei Punktgleichheit die für das Turnier geltenden Entscheidungskriterien über die endgültige Reihenfolge entscheiden.

Für die Schweizer ist deshalb klar: Sie wollen ihre eigene Aufgabe erledigen und möglichst deutlich gegen Belarus gewinnen.

Die Erinnerungen an den Gegner sind allerdings nicht nur positiv. Im Mai verlor die Schweiz während der Regular Phase mit 4:6 gegen Belarus.

Halbfinals steigen am Samstag

Die ersten beiden Mannschaften der beiden Vierergruppen qualifizieren sich für die Halbfinals am Samstag.

In Gruppe A hat Gastgeber und Titelverteidiger Italien nach zwei Siegen bereits eine hervorragende Ausgangslage. Dahinter kämpfen Dänemark, Deutschland und Moldau um die weiteren Positionen.

Das Endspiel des Superfinals findet am Sonntag statt.

Die Schweiz jagt dabei ihren dritten Titel in der Euro Beach Soccer League. 2012 gewann sie den Wettbewerb erstmals, 2022 folgte der zweite Triumph mit einem 6:5-Finalsieg gegen Portugal.

Nach dem überzeugenden 8:3 gegen genau diesen Gegner lebt nun auch 2026 die Hoffnung auf einen weiteren langen Schweizer Turnierlauf.

Zunächst muss die Nati jedoch die letzte Hürde der Gruppenphase nehmen. Gegen Belarus entscheidet sich am Freitagnachmittag, ob die Schweiz ihre starke Reaktion auf die Auftaktniederlage mit dem Einzug in die Halbfinals krönen kann.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert