Herbstgefahren: Diese sieben Sicherheitsfehler werden jetzt besonders riskant

Mit dem Herbst verändern sich viele alltägliche Risiken beinahe unbemerkt. Es wird früher dunkel, nasse Blätter machen Wege rutschig und Häuser wirken während der Abendstunden schneller unbewohnt. Wer jetzt einige einfache Gewohnheiten anpasst, kann Unfälle und unangenehme Überraschungen deutlich besser vermeiden.

Besonders wichtig wird die Sichtbarkeit im Strassenverkehr. Nach Angaben der Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU ist das Risiko für Fussgängerinnen und Fussgänger bei Dunkelheit doppelt so hoch wie am Tag. Helle Kleidung wird in der Dunkelheit ungefähr aus der doppelten Entfernung erkannt wie dunkle Kleidung, reflektierende Materialien sogar aus mindestens der dreifachen Entfernung.

Gleichzeitig beginnt für Wohnungen und Einfamilienhäuser eine Jahreszeit, in der schlechte Beleuchtung und früh einsetzende Dunkelheit Schwachstellen deutlicher machen. Die gute Nachricht: Viele Risiken lassen sich ohne grosse Investitionen reduzieren. Entscheidend ist, typische Fehler rechtzeitig zu erkennen.

1. Dunkle Kleidung wird schnell zum Sicherheitsrisiko

Schwarze Jacke, dunkle Hose und dunkle Schuhe sind im Herbst alltäglich. Im Strassenverkehr kann diese Kombination jedoch problematisch werden.

Besonders bei Regen, Dämmerung und Gegenlicht erkennen Autofahrer Personen am Strassenrand teilweise deutlich später. Reflektierende Bänder an Armen oder Beinen, helle Jacken, reflektierende Elemente an Taschen und Rucksäcken oder eine leichte Leuchtweste erhöhen die Erkennbarkeit erheblich.

Das gilt nicht nur für Kinder. Auch Erwachsene auf dem Arbeitsweg, beim Joggen oder beim abendlichen Spaziergang profitieren davon.

2. Velolichter erst einschalten, wenn es ganz dunkel ist

Das Licht gehört im Herbst nicht erst bei vollständiger Dunkelheit eingeschaltet. Bereits in der Dämmerung, bei Regen oder Nebel verschlechtern sich die Sichtverhältnisse deutlich.

Vorder- und Rücklicht sollten funktionieren und sauber sein. Dasselbe gilt für Reflektoren. Auch Autofahrer sollten Scheinwerfer regelmässig kontrollieren und von Schmutz befreien.

Die BFU macht am 5. November 2026 beim mittlerweile 20. "Tag des Lichts" erneut schweizweit auf dieses Thema aufmerksam.

3. Nasses Laub unterschätzen

Herbstlaub sieht harmlos aus, kann zusammen mit Regen jedoch ausgesprochen rutschig werden. Gefährdet sind Fussgänger ebenso wie Velo- und Motorradfahrer.

Besondere Vorsicht ist auf Treppen, Hauseingängen, Gehwegen, Kurven und abschüssigen Zufahrten angebracht. Auf privaten Grundstücken sollten grössere Laubansammlungen regelmässig entfernt werden.

Hinzu kommt ein zweites Problem: Laub kann Abläufe und Rinnen verstopfen. Bei kräftigem Regen kann sich dadurch Wasser sammeln und in Keller, Lichtschächte oder Garagen gelangen.

4. Ein gekipptes Fenster gilt nicht als geschlossen

Wer das Haus verlässt, sollte leicht erreichbare Fenster vollständig schliessen. Ein gekipptes Fenster kann eine Schwachstelle darstellen – insbesondere im Erdgeschoss, auf Balkonen oder über leicht erreichbaren Vordächern.

Dasselbe gilt für Terrassentüren, Kellerfenster und Nebeneingänge.

Wer sein Gebäude umfassender überprüfen möchte, findet hier einen ausführlichen Ratgeber zum Einbruchschutz und zu typischen Schwachstellen von Wohnungen und Häusern.

5. Jeden Abend exakt dieselbe Lampe einschalten

Zeitschaltuhren und Smart-Home-Beleuchtung können Anwesenheit simulieren. Glaubwürdig wird das allerdings erst, wenn nicht jeden Abend exakt dieselbe Lampe zur gleichen Minute ein- und ausgeschaltet wird.

Sinnvoller sind unterschiedliche Räume und leicht variierende Zeitfenster.

Auch Bewegungsmelder an Hauseingängen, Garagen oder schlecht einsehbaren Seiten des Gebäudes können hilfreich sein. Sie sollten jedoch so eingestellt werden, dass nicht jede Katze oder vorbeiziehende Person unnötig Licht auslöst.

6. Ersatzschlüssel draussen verstecken

Unter dem Blumentopf, hinter einem Stein oder in einem unverschlossenen Geräteschuppen ist ein Ersatzschlüssel nicht sicher aufbewahrt.

Wer einer Vertrauensperson Zugang ermöglichen möchte, sollte den Schlüssel direkt übergeben oder eine dafür geeignete, sichere Lösung verwenden.

Auch Schlüssel mit Adressangaben sind problematisch. Geht ein solcher Schlüssel verloren, erhält ein Finder gleichzeitig Informationen darüber, wo er verwendet werden kann.

7. Den Herbstcheck am Haus vergessen

Vor dem Winter lohnt sich ein kurzer Rundgang rund um das Gebäude.

Aussenleuchten, Bewegungsmelder und Türschlösser sollten funktionieren. Wege und Treppen benötigen eine ausreichende Beleuchtung. Lose Bodenplatten, rutschige Stufen oder beschädigte Geländer sollten nicht bis zum Winter warten.

Auch Hecken und Sträucher verdienen Aufmerksamkeit. Sehr dichter Bewuchs kann Eingänge und Fenster vor den Blicken der Nachbarschaft abschirmen. Gleichzeitig muss Aussenbeleuchtung nicht das gesamte Grundstück grell ausleuchten. Entscheidend sind gut sichtbare Zugänge und eine sinnvolle Balance.

🍂 DER 5-MINUTEN-HERBSTCHECK

  • Funktionieren Aussenlicht, Velo- und Fahrzeugbeleuchtung?
  • Sind Haustür, Keller, Fenster und Terrassentüren richtig geschlossen?
  • Sind Treppen, Wege und Eingänge frei von rutschigem Laub?
  • Haben Jacken, Taschen oder Rucksäcke reflektierende Elemente für dunkle Wege?

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert