Auto in einer Böschung: So helfen Augenzeugen richtig und erleichtern die Helikopterrettung
Wenn ein Fahrzeug von einer Strasse abkommt und in einem steilen Gelände zum Stillstand kommt, kann eine Rettung besonders anspruchsvoll sein. Instabile Fahrzeuge, rutschiger Untergrund, Dunkelheit und schwer zugängliche Unfallstellen stellen für Ersthelfende zusätzliche Gefahren dar. Mit einer präzisen Alarmierung, einer sicheren Absicherung und dem richtigen Verhalten beim Eintreffen eines Rettungshelikopters lässt sich wertvolle Unterstützung leisten.
1. Unfallstelle sichern und Absturzgefahren erkennen
Wer einen Verkehrsunfall beobachtet, sollte zunächst an einer sicheren Stelle anhalten, die Warnblinkanlage einschalten und sich einen Überblick verschaffen. Tragen Sie nach Möglichkeit eine Warnweste und stellen Sie das Pannendreieck mit genügend Abstand zur Unfallstelle auf, sofern dies gefahrlos möglich ist.
Vorsicht bei Fahrzeugen in Böschungen: Ein Auto, das seitlich liegt oder in einem steilen Hang zum Stillstand gekommen ist, kann instabil sein. Schon kleinere Bewegungen können seine Lage verändern. Deshalb sollten ungeschulte Personen nicht versuchen, das Fahrzeug aufzurichten, zu verschieben oder ungesichert zu betreten.
Auch das Gelände selbst kann gefährlich sein. Feuchte Wiesen, loses Erdreich und steile Abhänge erhöhen das Risiko, auszurutschen oder abzustürzen. Besonders bei Dunkelheit sind solche Gefahren häufig schwer zu erkennen.
Nähern Sie sich einem Unfallfahrzeug nur, wenn dies ohne erhebliche Eigengefährdung möglich ist. Muss eine verletzte Person aus einem instabilen Fahrzeug geborgen werden, ist dafür unter Umständen spezielle Rettungsausrüstung erforderlich.
2. Rettungsdienste alarmieren und genaue Standortangaben machen
Bei einem Verkehrsunfall mit Verletzten kann die Sanität in der Schweiz unter der Notrufnummer 144 und die Polizei unter 117 alarmiert werden. Der allgemeine europäische Notruf ist unter 112 erreichbar.
Die Rega ist unter 1414 erreichbar. Ob ein Rettungshelikopter erforderlich ist, wird anhand der medizinischen Dringlichkeit, der Erreichbarkeit des Unfallorts und weiterer Einsatzbedingungen beurteilt. Die zuständigen Rettungsleitstellen können die notwendigen Einsatzmittel koordinieren.
Standort möglichst genau angeben: Nennen Sie die Strasse, die nächstgelegene Ortschaft, die Fahrtrichtung und markante Orientierungspunkte. Auf abgelegenen Strassen können GPS-Koordinaten besonders hilfreich sein.
Beschreiben Sie zudem die Lage des Fahrzeugs und mögliche Gefahren. Wichtige Angaben sind beispielsweise eine steile Böschung, ein instabiles Auto, auslaufende Betriebsstoffe oder eingeklemmte Personen. Die Notrufzentrale wird weitere Fragen stellen und die nächsten Schritte erklären.
3. Was beim Eintreffen eines Rega-Helikopters wichtig ist
Ein Rettungshelikopter benötigt einen geeigneten Landeplatz, der ausreichend gross und frei von Hindernissen ist. Die Rega nennt als Orientierung eine freie Fläche von ungefähr 25 mal 25 Metern. Die endgültige Entscheidung über den Landeplatz trifft stets die Helikoptercrew.
Hindernisse melden: Stromleitungen, Telefonkabel, Seile, Masten und andere schwer erkennbare Hindernisse können für Helikopter gefährlich sein. Teilen Sie solche Beobachtungen der Einsatzleitung mit.
Lose Gegenstände sichern: Beim Starten und Landen erzeugt der Rotor einen starken Luftstrom. Jacken, Taschen, Decken und andere lose Gegenstände können dadurch aufgewirbelt werden. Halten Sie den Landeplatz frei und folgen Sie den Anweisungen der Einsatzkräfte.
Nähern Sie sich einem Rettungshelikopter niemals eigenmächtig. Die Rega empfiehlt, mit einer Annäherung zu warten, bis der Rotor stillsteht. Befolgen Sie in jedem Fall die ausdrücklichen Anweisungen der Crew.
Gut zu wissen: Ein Rettungshelikopter landet nicht zwingend unmittelbar neben einem Unfallfahrzeug. Die Crew beurteilt zunächst das Gelände, die Hindernisse und die Wetterverhältnisse. Ein kurzer Erkundungsflug vor der Landung ist deshalb nichts Ungewöhnliches.
Verletzte nicht unnötig bewegen: Nach schweren Verkehrsunfällen sind Verletzungen nicht immer sofort erkennbar. Besteht der Verdacht auf Verletzungen der Wirbelsäule, sollten Betroffene möglichst wenig bewegt werden. Bei unmittelbarer Lebensgefahr, etwa durch Feuer, oder wenn eine Person nicht normal atmet, können jedoch sofortige Rettungs- beziehungsweise Wiederbelebungsmassnahmen notwendig sein. Folgen Sie den Anweisungen der Notrufzentrale.
Praktischer Tipp: Speichern Sie die Nummern 117, 144 und 1414 in Ihrem Mobiltelefon. Prüfen Sie vor Fahrten in abgelegene Gebiete den Akkustand und machen Sie sich mit der Standortanzeige Ihres Smartphones vertraut. Präzise Koordinaten können bei einer Alarmierung wertvolle Zeit sparen.
Weitere Informationen: Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega informiert über die korrekte Alarmierung und das Verhalten bei einer Helikopterlandung. Die Kantonspolizei Bern erklärt die wichtigsten Schritte nach einem Verkehrsunfall.