Sinner könnte trotz Saisonende nach Turin zurückkehren

Jannik Sinner könnte bei den ATP Finals in Turin doch noch eine Rolle spielen. Obwohl der 25-jährige Italiener seine Tennissaison wegen einer Entzündung im rechten Knie vorzeitig beenden musste, wird über einen Auftritt als Ehrengast oder Zuschauer spekuliert. Der zweifache Titelverteidiger könnte damit bei seinem Heimturnier zumindest abseits des Tennisplatzes präsent sein.

Nach Informationen italienischer Medien, darunter La Repubblica, wird eine Anwesenheit Sinners in der Inalpi Arena diskutiert. Eine feste Zusage gibt es bislang nicht. Die ATP Finals finden vom 15. bis 22. November 2026 statt. Sinner hatte bereits Anfang Oktober erklärt, in diesem Jahr keine Matches mehr zu bestreiten.

Unterdessen steht mit Flavio Cobolli ein weiterer Italiener als Teilnehmer fest. Der 24-Jährige sicherte sich am Dienstag durch das Ausscheiden von Rafael Jodar beim Masters in Paris erstmals einen Platz beim Saisonfinale. Während Cobolli seinen grössten Karriereerfolg feiert, konzentriert sich Sinner auf seine Genesung und die Vorbereitung für 2027.

TENNIS.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Jannik Sinner: Möglicher Besuch der ATP Finals als Zuschauer oder Ehrengast.
Verletzung: Entzündung im rechten Knie verhindert weitere Einsätze 2026.
ATP Finals: Vom 15. bis 22. November in Turin.
Titelverteidigung: Sinner gewann 2024 und 2025, kann aber 2026 nicht antreten.
Flavio Cobolli: Erstmals für das Saisonfinale qualifiziert.
Was das bedeutet
Turin erhält unabhängig von einem möglichen Sinner-Besuch einen neuen Sieger. Durch seinen verletzungsbedingten Verzicht rückt in der Jahreswertung ein zusätzlicher Spieler ins Teilnehmerfeld. Für die italienischen Tennisfans steht mit Cobolli dennoch ein einheimischer Hoffnungsträger bereit.

Sinner könnte beim Saisonfinale dabei sein

Die ATP Finals gehören für Jannik Sinner zu den bedeutendsten Turnieren seiner Karriere. In Turin triumphierte er in den vergangenen beiden Jahren und entwickelte sich zum Publikumsliebling.

2026 wird er seinen Titel nicht verteidigen können. Dennoch beschäftigt die italienische Öffentlichkeit die Frage, ob der Südtiroler wenigstens als Gast in die Arena zurückkehrt.

Laut italienischen Medien wird ein Besuch diskutiert. Sinner könnte damit den Kontakt zu seinen Fans pflegen, ohne seine sportliche Genesung zu gefährden.

Ein solcher Auftritt hätte vor allem symbolische Bedeutung. Die italienischen Zuschauer verbinden mit Sinner zwei historische Erfolge beim Saisonfinale.

Knieverletzung beendete eine erfolgreiche Saison

Der Italiener hat seit dem Wimbledon-Finale vom 12. Juli keinen offiziellen Match mehr bestritten.

Damals setzte er sich gegen Alexander Zverev durch und feierte einen weiteren Grand-Slam-Titel.

Anschliessend machten ihm anhaltende Beschwerden im rechten Knie zu schaffen. Die Verletzung verhinderte unter anderem seine Teilnahme an der nordamerikanischen Hartplatzsaison und den US Open.

Am 6. Oktober gab Sinner bekannt, gemeinsam mit seinem medizinischen Team eine weitere Behandlung beschlossen zu haben.

Die Therapie soll ihm ermöglichen, rechtzeitig mit der Vorbereitung auf die nächste Saison zu beginnen. Eine Operation war nach den damals veröffentlichten medizinischen Informationen nicht vorgesehen.

Wie schwer ihn die Verletzung getroffen hat, zeigt sein vorzeitiges Saisonende nach dem Wimbledon-Triumph.

Zverev profitiert von Sinners langer Pause

Sportlich hat der Ausfall erhebliche Folgen für die Weltrangliste.

Alexander Zverev nutzt die verletzungsbedingte Abwesenheit seines Rivalen und führt die Jahreswertung vor Sinner an.

Der Deutsche hat damit eine ausgezeichnete Ausgangslage, die Saison an der Spitze abzuschliessen.

Sinner kann dagegen keine weiteren Punkte sammeln und verliert wichtige Resultate aus dem erfolgreichen Vorjahr.

Besonders schwer wiegt sein Verzicht auf Turin. Dort hätte er als zweifacher Titelverteidiger zahlreiche Punkte verteidigen müssen.

Die lange Unterbrechung verändert deshalb auch die Voraussetzungen für sein Comeback 2027.

Cobolli sorgt für italienischen Lichtblick

Während Sinner fehlt, darf sich Flavio Cobolli auf seinen ersten Auftritt beim prestigeträchtigen Jahresfinale freuen.

Der Römer profitierte von der Niederlage Rafael Jodars gegen Casper Ruud beim Masters in Paris. Dadurch konnte ihn eine ausreichende Zahl von Konkurrenten in der Jahreswertung nicht mehr überholen.

Cobolli ist erst der sechste Italiener, der sich für das Einzelturnier der ATP Finals qualifiziert.

Vor ihm gelang dies Adriano Panatta, Corrado Barazzutti, Matteo Berrettini, Jannik Sinner und Lorenzo Musetti.

Damit erhält das italienische Publikum auch ohne seinen grössten Tennisstar einen einheimischen Teilnehmer.

Turin erhält einen neuen Champion

Die ATP Finals beginnen am Sonntag, 15. November. Die Gruppenspiele dauern bis zum 20. November, anschliessend folgen die Halbfinals am Samstag und das Endspiel am Sonntag.

Neben Zverev haben Carlos Alcaraz, Ben Shelton, Daniil Medvedev und Cobolli ihre Teilnahme bereits gesichert.

Um die übrigen Plätze kämpfen unter anderem Arthur Fils, Frances Tiafoe, Alex de Minaur und Novak Djokovic.

Für Sinner steht unabhängig davon die Gesundheit im Mittelpunkt. Seine Rückkehr auf die ATP-Tour ist für 2027 vorgesehen.

AKTUELLER STAND
ATP Race to Turin 2026
Jahreswertung | 3. November 2026, 23.30 Uhr
Rang / Spieler Punkte Status
1. Alexander Zverev 9’350 Qualifiziert
2. Jannik Sinner 7’950 Verletzt
3. Carlos Alcaraz 5’110 Qualifiziert
4. Ben Shelton 4’530 Qualifiziert
5. Daniil Medvedev 3’820 Qualifiziert
6. Flavio Cobolli 3’680 Qualifiziert
7. Arthur Fils 3’535 Offen
8. Frances Tiafoe 3’390 Offen
9. Rafael Jodar 3’234 Offen
10. Alex de Minaur 3’170 Offen
11. Novak Djokovic 2’940 Offen
12. Taylor Fritz 2’900 Offen
13. Tommy Paul 2’775 Offen
Sinners Ausfall macht Platz für den neuntplatzierten verfügbaren Spieler. Punkte können sich während des Masters in Paris verändern.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert