Räuber mit Unterhose auf dem Kopf flüchtet im gestohlenen Leichenwagen – Urteil am 17.11.26
von belmedia Redaktion Deutschland Österreich polizei.news Polizeinews Regionen Schweiz
Nivelles/Braine-l’Alleud (Belgien). Ein versuchter Überfall mit einer Unterhose auf dem Kopf, eine bedrohte jugendliche Kassiererin und eine Flucht im gestohlenen Leichenwagen beschäftigen das Strafgericht in Nivelles. Das Urteil gegen einen 36-Jährigen wird laut Medienberichten für den 17. November 2026 erwartet.
Die Staatsanwaltschaft fordert für die neu verhandelten Vorwürfe eine zusätzliche Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Dem bereits inhaftierten Angeklagten wird eine Reihe von Straftaten vorgeworfen, die sich im Juli 2026 in Braine-l’Alleud südlich von Brüssel und in der belgischen Hauptstadt ereignet haben sollen.
Mit Unterhose als Maske zum Supermarkt
Nach den Berichten von The Brussels Times und Brussels Morning soll der Mann zunächst Alkohol und Medikamente konsumiert haben. Er kam in ein Krankenhaus, das er anschließend wieder verließ.
Danach begab er sich zur Wohnung seiner ehemaligen Partnerin, obwohl ihm der Kontakt zu ihr gerichtlich untersagt worden war. Dort soll er die Wohnung verwüstet und aus einem alten elektrischen Fleischmesser eine Klinge entfernt haben.
Mit dieser Klinge soll er anschließend einen nahe gelegenen Carrefour-Supermarkt betreten haben. Ein Pullover sollte seine Tätowierungen verdecken. Über den Kopf hatte er sich eine Unterhose gezogen, um sein Gesicht zu verbergen.
16-jährige Kassiererin gibt kein Geld heraus
An der Kasse bedrohte der Mann den Medienberichten zufolge eine 16-jährige Mitarbeiterin mit der Klinge. Er soll ihr erklärt haben, dass er wisse, wo sie wohne, und sie aufsuchen werde.
Die Jugendliche händigte ihm kein Bargeld aus. Der Mann verließ das Geschäft ohne Beute.
Die Bedrohung belastete die junge Kassiererin erheblich. Laut den Berichten litt sie anschließend unter Schlafproblemen.
Kleidung angezündet und Leichenwagen gestohlen
Nach dem gescheiterten Überfall soll der Angeklagte versucht haben, mögliche Beweismittel zu vernichten. Im gemeinschaftlichen Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses setzte er demnach Teile seiner Kleidung in Brand.
Der Rauch breitete sich im Gebäude aus und löste den Feueralarm aus. Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen.
Anschließend soll der Mann die Türen mehrerer abgestellter Fahrzeuge ausprobiert haben. Schließlich stieß er auf einen Mercedes eines Bestattungsunternehmens. Nach seinen Angaben steckte der Schlüssel im Fahrzeug.
Bei dem Wagen handelte es sich um einen Leichenwagen, mit dem der 36-Jährige davonfuhr.
Bankkarten im Wagen gefunden und benutzt
Im Fahrzeug entdeckte der Mann laut den Medienberichten mehrere Bankkarten. Diese soll er an zwei Tankstellen benutzt haben, um Zigaretten zu kaufen. Beide Verkaufsstellen waren mit Überwachungskameras ausgestattet.
Danach fuhr er nach Brüssel, um nach eigenen Angaben Kokain zu kaufen. Als er zum gestohlenen Fahrzeug zurückkehrte, wurde er von Polizeibeamten festgenommen.
Die Beamten brachten ihn zur Polizeidienststelle nach Braine-l’Alleud. Dort soll er versucht haben, Polizisten einzuschüchtern. Bei seiner anschließenden Fixierung erlitt er den Berichten zufolge einen Beinbruch.
Urteil wird für den 17. November erwartet
Das Strafgericht in Nivelles befasste sich Ende Oktober mit den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine zusätzliche Freiheitsstrafe von 18 Monaten.
Die Verteidigung verwies darauf, dass der Angeklagte bereits aufgrund früherer Entscheidungen mit einer längeren Haftstrafe rechnen müsse. Sie bezeichnete den Strafantrag als angemessen und bat darum, keine höhere Strafe zu verhängen.
Die Entscheidung über die neu verhandelten Vorwürfe wird laut den Medienberichten für den 17. November 2026 erwartet. Für diese Vorwürfe gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Quelle: The Brussels Times / Brussels Morning, unter Bezugnahme auf La Dernière Heure und Euro Weekly News
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Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion