Bund plant 13,8 Milliarden für Landwirtschaft – ab 2030 fliesst weniger Geld

Die Schweizer Landwirtschaft soll in den Jahren 2030 bis 2033 insgesamt 13,808 Milliarden Franken vom Bund erhalten. Das sind 123 Millionen Franken weniger als für die Periode 2026 bis 2029 vorgesehen. Gleichzeitig will der Bundesrat mit der neuen Agrarpolitik 2030+ den administrativen Aufwand für Bauernbetriebe reduzieren und ihnen mehr unternehmerischen Spielraum geben.

Der Bundesrat hat die Vorlage zur Agrarpolitik ab 2030 am Mittwoch, 2. September 2026, in die Vernehmlassung geschickt. Diese läuft bis zum 8. Dezember.

Neben der Finanzierung stehen dabei weitreichende Änderungen bei den Direktzahlungen, der Marktordnung und der Nachhaltigkeit im Zentrum.

13,808 Milliarden Franken für vier Jahre

Für die Jahre 2030 bis 2033 will der Bundesrat dem Parlament landwirtschaftliche Zahlungsrahmen von insgesamt 13,808 Milliarden Franken beantragen.

Gegenüber dem geplanten Mitteleinsatz für 2026 bis 2029 bedeutet dies eine Kürzung um insgesamt 123 Millionen Franken. Verglichen mit einer blossen nominalen Fortschreibung des Finanzplans für 2030 liegt der Betrag allerdings um 80 Millionen Franken höher.

Die finanzielle Unterstützung der Landwirtschaft bleibt damit auf einem hohen Niveau, gleichzeitig soll das vorhandene Geld teilweise anders und effizienter eingesetzt werden.

Die Finanzierung der Landwirtschaft sorgt politisch regelmässig für Diskussionen. Bereits der Schweizer Bauernverband hatte die Finanzierung und die Ausgestaltung der nächsten Agrarpolitik zu seinen zentralen politischen Themen erklärt.

Direktzahlungen sollen einfacher werden

Ein Schwerpunkt der Reform betrifft die Direktzahlungen. Heute sind Zahlungen in den Bereichen Ökologie und Tierwohl teilweise an detaillierte Vorgaben und einzelne Massnahmen gebunden.

Künftig sollen die Betriebe stärker danach beurteilt werden, welche konkreten Ergebnisse sie erreichen. Bauern sollen dadurch mehr Freiheit erhalten, wie sie vorgegebene Ziele erfüllen.

Auch die Digitalisierung soll helfen, den administrativen Aufwand zu reduzieren. Daten sollen einfacher und sicherer zwischen Betrieben und Behörden ausgetauscht werden können. Ziel ist unter anderem, Mehrfacherfassungen derselben Angaben zu vermeiden.

Der Bundesrat verspricht sich davon weniger Bürokratie und mehr Zeit für die eigentliche landwirtschaftliche Tätigkeit.

Milch und Pflanzenproduktion sollen gestärkt werden

Auch bei den Märkten sind Änderungen vorgesehen. Die Marktbeobachtung soll ausgebaut und die Position der Produzenten gestärkt werden.

Zusätzliche Unterstützung ist unter anderem für den Milchbereich sowie für pflanzliche Kulturen vorgesehen, die direkt der menschlichen Ernährung dienen. Gleichzeitig sollen Selbsthilfemassnahmen innerhalb der Branche gestärkt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Produktionsgrundlagen. Der Bund will den Schutz von Kulturen verbessern, Nützlinge und Insekten stärker fördern und nachhaltige Technologien unterstützen.

Damit sollen die Landwirtschaftsbetriebe auch widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels werden.

Auch Detailhandel und Konsumenten in der Pflicht

Die Agrarpolitik 2030+ richtet sich erstmals noch stärker an die gesamte Lebensmittelkette. Nicht nur Bauern, sondern auch Lebensmittelverarbeiter, Detailhandel und Konsumenten sollen zusätzliche Verantwortung übernehmen.

Mit dem Detailhandel sind beispielsweise Zielvereinbarungen für mehr Nachhaltigkeit vorgesehen. Gleichzeitig will der Bund Konsumenten stärker für eine ausgewogene Ernährung mit Schweizer Qualitätsprodukten sensibilisieren.

Nach Abschluss der Vernehmlassung wird die Vorlage überarbeitet und anschliessend dem Parlament unterbreitet. Dort dürfte insbesondere die Höhe der vorgesehenen 13,808 Milliarden Franken nochmals intensiv diskutiert werden.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert