Küng und Schmid starten überraschend an der Rad-EM
von belmedia Redaktion Allgemein Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Radsport Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Das Schweizer Team erhält für die Rad-Europameisterschaften in Slowenien kurzfristig prominente Verstärkung. Stefan Küng und Mauro Schmid werden am Mittwoch, 7. Oktober, das Einzelzeitfahren der Elite-Männer bestreiten. Ursprünglich war dieser EM-Start nicht vorgesehen, nach ihren starken Auftritten an der WM in Montréal haben sich beide nun gemeinsam mit Nationaltrainer Michael Schär für einen Start entschieden.
Der Kampf gegen die Uhr führt über 22 Kilometer rund um Šenčur und ist mit 367 Höhenmetern deutlich anspruchsvoller als ein klassischer flacher Zeitfahrkurs. Küng bringt enorme Erfahrung mit: Der 32-Jährige wurde 2020 und 2021 Europameister im Einzelzeitfahren und gewann erst im September das Zeitfahren der Vuelta a España. Schmid tritt dagegen erstmals bei einer Elite-EM im Einzelzeitfahren an.
Die Schweizer reisen mit Rückenwind aus Kanada nach Slowenien. Küng und Schmid gehörten zusammen mit Stefan Bissegger zum Männer-Trio, das an der WM in Montréal trotz eines frühen Defekts von Küng den Grundstein für Bronze in der Mixed-Staffel legte. Die Rad-EM beginnt am Freitag und dauert bis Mittwoch, das Zeitfahren der Elite-Männer bildet am letzten Wettkampftag den Abschluss.
Entscheid fiel erst nach der WM
Die Teilnahme von Küng und Schmid war ursprünglich nicht Teil der Schweizer EM-Planung.
Nach den Weltmeisterschaften in Montréal wurde die Situation aber nochmals beurteilt. Beide zeigten dort, dass die Form auch am Ende einer langen Saison stimmt. In Absprache mit Nationaltrainer Michael Schär entschieden sich Küng und Schmid deshalb, die zusätzliche Herausforderung anzunehmen.
Für die Schweiz erhöht sich damit die Qualität im Zeitfahren erheblich.
Küng gehört seit Jahren zu den international stärksten Spezialisten gegen die Uhr. Nach seinem schweren Oberschenkelbruch beim Omloop Het Nieuwsblad Ende Februar verlief seine Saison zunächst völlig anders als geplant. Im Sommer kehrte er jedoch zurück und gewann im August das Abschlusszeitfahren der Polen-Rundfahrt.
Wenig später folgte der nächste grosse Erfolg.
Bei der Vuelta a España gewann Küng das 32,1 Kilometer lange Zeitfahren nach Jerez und bestätigte damit endgültig seine Rückkehr auf internationales Topniveau.
Küng kennt das Gefühl eines EM-Titels
Bei Europameisterschaften besitzt Küng eine beeindruckende Bilanz.
2020 gewann er in Plouay erstmals den Elite-Titel im Einzelzeitfahren. Ein Jahr später verteidigte er das EM-Trikot in Trento erfolgreich.
Auch danach blieb Küng regelmässig ein Kandidat für die vorderen Plätze. Das Profil in Slowenien unterscheidet sich allerdings von vielen klassischen Zeitfahren.
Auf den 22 Kilometern sind 367 Höhenmeter zu bewältigen. Damit wird nicht nur reine Leistung auf flachen Abschnitten entscheidend sein. Rhythmuswechsel, das richtige Tempo an den Steigungen und eine gute Renneinteilung dürften eine zentrale Rolle spielen.
Schmid erhält seine erste Chance im EM-Zeitfahren
Für Mauro Schmid ist die Ausgangslage eine andere.
Der 26-Jährige besitzt viel Erfahrung in Strassenrennen, Etappenrennen und Mannschaftszeitfahren, hat aber noch nie ein Einzelzeitfahren bei einer Elite-Europameisterschaft bestritten.
Seine Saison 2026 zeigt allerdings, weshalb Swiss Cycling ihm diese Chance gibt.
Schmid gewann unter anderem die 13. Etappe der Tour de France und die Gesamtwertung der Settimana Internazionale Coppi e Bartali. Dazu kamen mehrere Spitzenplatzierungen bei anspruchsvollen Rennen.
Gerade das hügelige EM-Profil könnte seinem Fahrertyp entgegenkommen. Schmid verbindet gute Zeitfahrqualitäten mit der Fähigkeit, auch kurze und härtere Steigungen mit hohem Tempo zu bewältigen.
Keine Teilnahme am EM-Strassenrennen vorgesehen
Die kurzfristige Nomination betrifft das Einzelzeitfahren.
In der aktuell veröffentlichten UEC-Entry-List für das Strassenrennen der Elite-Männer werden für die Schweiz Fabio Christen, Valentin Darbellay, Marc Hirschi, Fabian Weiss und Jan Christen geführt. Küng und Schmid stehen dort nicht auf der Liste.
Das Strassenrennen der Elite-Männer findet bereits am Sonntag über 196,2 Kilometer statt.
Das Männer-Zeitfahren folgt am Mittwoch um 16.15 Uhr. Bei den Frauen treten zuvor Weltmeisterin Marlen Reusser und Schweizer Meisterin Steffi Häberlin gegen die Uhr an.
Damit erhält die Schweiz für den letzten EM-Tag gleich vier interessante Medaillenoptionen.
- Stefan Küng und Mauro Schmid starten am Mittwoch, 7. Oktober, im Elite-Einzelzeitfahren.
- Der Kurs ist rund 22 Kilometer lang und weist 367 Höhenmeter auf.
- Küng wurde 2020 und 2021 Europameister im Einzelzeitfahren.
- Bei den Frauen starten Marlen Reusser und Steffi Häberlin.
| Wettbewerb | Datum | Distanz | Status |
|---|---|---|---|
| Frauen Elite Strasse | 3. Oktober | 129,9 km | noch nicht gestartet |
| Männer Elite Strasse | 4. Oktober | 196,2 km | noch nicht gestartet |
| Mixed Relay Elite | 6. Oktober | 44 km | noch nicht gestartet |
| Frauen Elite Zeitfahren | 7. Oktober | 22 km | Reusser / Häberlin |
| Männer Elite Zeitfahren | 7. Oktober | 22 km | Küng / Schmid |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert