Solarstrom aus der Nachbarschaft boomt – bereits rund 1'800 Gemeinschaften
von belmedia Redaktion #Schweizweit Alltag architektenwelt.com bauenaktuell.ch Business business24.ch businessaktuell.ch Draussen Elektro Elektronik Energie familie.ch gartenaktuell.ch handwerker24.ch Haus Haus, Garten & Einrichtung Hausbau hometipp.ch Magazine Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Technik Themen Wirtschaft wohnenaktuell.ch Ⳇ Verbreitung
Strom vom Dach des Nachbarn statt ausschliesslich vom klassischen Energieversorger: Die Anfang 2026 eingeführten lokalen Elektrizitätsgemeinschaften haben in der Schweiz einen überraschend starken Start hingelegt. Laut einer ersten Hochrechnung von Swissolar existieren landesweit bereits rund 1’800 solcher Zusammenschlüsse.
Das neue Modell erlaubt es Produzenten und Verbrauchern, lokal erzeugten erneuerbaren Strom innerhalb einer Gemeinschaft zu handeln. Vor allem für Besitzer von Photovoltaikanlagen eröffnet sich damit eine zusätzliche Möglichkeit, überschüssigen Solarstrom direkt in der näheren Umgebung abzusetzen.
1’323 Gemeinschaften konkret erfasst
Für die aktuelle Auswertung wurden nach Angaben von Swissolar die 30 grössten Schweizer Verteilnetzbetreiber sowie Daten einer Plattform für lokale Elektrizitätsgemeinschaften berücksichtigt. Konkret erfasst wurden 1’323 sogenannte LEG.
Da die untersuchten Netzgebiete rund 71 Prozent der Schweizer Bevölkerung abdecken, rechnete der Branchenverband die Ergebnisse auf das gesamte Land hoch. Daraus ergibt sich eine geschätzte Zahl von mehr als 1’800 lokalen Elektrizitätsgemeinschaften.
Eine LEG kann aus Stromproduzenten, Verbrauchern und optional auch Betreibern von Batteriespeichern bestehen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Beteiligten räumlich nahe beieinander und innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Netzstruktur angeschlossen sind.
Im Durchschnitt gut sieben Teilnehmer
Die Gemeinschaften unterscheiden sich teilweise deutlich in ihrer Grösse. Im Durchschnitt zählt eine LEG derzeit 7,2 Teilnehmer beziehungsweise Anschlüsse. Je nach Region liegen die durchschnittlichen Werte zwischen drei und knapp 30 Beteiligten.
Interessant ist auch die Zusammensetzung: Rund 22 Prozent der Mitglieder erzeugen selbst erneuerbaren Strom. 13 Prozent sind sogenannte Prosumer, die sowohl Strom produzieren als auch verbrauchen. Weitere neun Prozent treten ausschliesslich als Produzenten auf. Die übrigen 78 Prozent beziehen Strom aus der jeweiligen Gemeinschaft.
Gerade Photovoltaikanlagen spielen dabei eine zentrale Rolle. Wer selbst Solarstrom produzieren möchte, sollte bereits bei der Planung die technischen Voraussetzungen berücksichtigen. Welche Voraussetzungen ein Hausdach für eine Photovoltaikanlage erfüllen sollte, zeigt ein ausführlicher Überblick.
Regional noch grosse Unterschiede
Trotz des schnellen Starts sind lokale Stromgemeinschaften noch längst nicht überall gleich stark verbreitet. Während in einigen Regionen bereits zahlreiche Projekte umgesetzt wurden, gibt es andernorts bislang kaum entsprechende Zusammenschlüsse.
Swissolar führt diese Unterschiede unter anderem auf die Nachfrage, verschiedene Abläufe bei den Netzbetreibern sowie unterschiedliche IT-Systeme und Angebote zurück.
Der Branchenverband sieht deshalb noch erhebliches Wachstumspotenzial. Gefordert werden unter anderem attraktivere Bedingungen bei der Netznutzung und möglichst wenige zusätzliche Gebühren.
Auch die derzeit geltenden geografischen Grenzen werden thematisiert. Aktuell kann sich eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft maximal über das Gebiet einer Gemeinde erstrecken. Swissolar möchte künftig auch Lösungen ermöglichen, bei denen lokal erzeugter Strom über Gemeindegrenzen hinweg innerhalb einer Gemeinschaft genutzt werden kann.
Nach nur wenigen Monaten zeigt sich dennoch bereits deutlich: Das Interesse daran, Solarstrom nicht nur selbst zu produzieren, sondern direkt in der eigenen Nachbarschaft zu teilen und zu verkaufen, ist in der Schweiz gross.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert